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Repurpose von Motorradbekleidung
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Repurpose von Motorradbekleidung

Datum
2. März 2026

Ort
Chemnitz

Kontakt
Texulting GmbH
Max Bernhagen

  0371 33563410
  max.bernhagen@texulting.com 

Zirkuläre Konzepte für Schutzkleidung im Zwischenstand

Einblick in ZirTex-Forschung | 02.03.2026

Im Projekt ZirTex werden zentrale Grundlagen für eine zirkuläre Gestaltung textiler Schutzkleidung erarbeitet. Ziel ist die Entwicklung einer digitalen Plattform, die individuelle Passformen, Langlebigkeit sowie innovative Service- und Nutzungskonzepte in einem ganzheitlichen Ansatz zusammenführt. Damit soll ein systematischer Beitrag zur Zirkularität im Markt für textile Schutzkleidung geleistet werden.

Aktueller Stand im ZirTex-Projekt

Im Projekt wurden benutzerspezifische Körperscandaten erhoben und mit bislang verwendeten Konfektionsgrößen abgeglichen. Die Auswertungen zeigen, dass Abweichungen zwischen individueller Körperform und Standardgrößen die Schutzwirkung der Kleidung teils erheblich beeinflussen können. Parallel dazu erfolgte über ein digitales Textil-Management-System eine erste strukturierte Erfassung von Kleidungsstücken. Dies dient der verbesserten Planung und Steuerung zirkulärer Prozesse entlang des Lebenszyklus der Produkte.

Schadensanalysen und Ableitung von Maßnahmen

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Analyse realer Nutzungsschäden. Hierfür wurden unter anderem Materialproben von Held (Motorradschutzkleidung), der Autobahn GmbH sowie der Freiwilligen Feuerwehr Calden untersucht. Ergänzend wurden Befragungen bei der Freiwilligen Feuerwehr und einer Berufsfeuerwehr durchgeführt.

Die Auswertung der Schadensbilder ermöglicht:

  • die Priorisierung geeigneter Strategien wie Repair, Reuse, Repurpose oder Recycling,
  • die Identifikation typischer Verschleißmuster,
  • sowie die Ableitung konkreter Design- und Produktionsansätze zur Steigerung der Langlebigkeit.

Ansätze für Repurpose-Lösungen

Im Projekt werden zudem Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung ausgedienter Schutztextilien untersucht. Dabei können Materialien in neuen Nutzungskontexten eingesetzt werden, beispielsweise für Schutzfunktionen im Aktivsportbereich oder in spezialisierten Anwendungen wie einem Löschrucksack.

Verbleibende Reststoffe können darüber hinaus in Accessoires wie Taschen weiterverwendet werden – ohne Schutzfunktion und im Sinne eines hochwertigen Upcyclings.

Grundlagen für digitales Textilmanagement

Ein zentrales Element des Projekts ist die Entwicklung eines digitalen Etiketts, das allen Beteiligten Zugang zu einem digitalen Produktpass ermöglicht. Dieses „Digital Lifetime Diary“ dokumentiert unter anderem Schäden, Reparaturen, Reinigungen und Wiederverwertungsprozesse. Nutzende können darüber hinaus Informationen zu Materialzusammensetzung, Pflegehinweisen sowie Reparaturmöglichkeiten abrufen. Damit wird Transparenz entlang des gesamten Produktlebenszyklus geschaffen und die Grundlage für zirkuläre Geschäftsmodelle gestärkt.